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  nordbayern.de 24.03.
 
nordbayern.de vom 24.03

Polizei findet Leiche bei Trockau: Anton Krügel ist tot
Suchaktion mit über 200 Einsatzkräften erfolgreich - 24.03. 20:30 Uhr

TROCKAU - Der seit Dezember 2010 vermisste Anton Krügel ist tot: Am Donnerstag fanden Polizisten nur 700 Meter von dem Tanzcenter in Trockau entfernt eine Leiche. Über 200 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei waren bei der Suchaktion im Einsatz.
Über 200 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei starteten um 8.30 Uhr in einem Waldstück bei Trockau eine Suchaktion. Um 11 Uhr wurde eine Leiche gefunden. Die Polizei ist sich sicher, dass es sich um Anton Krügel handelt.
Über 200 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei starteten um 8.30 Uhr in einem Waldstück bei Trockau eine Suchaktion. Um 11 Uhr wurde eine Leiche gefunden. Die Polizei ist sich sicher, dass es sich um Anton Krügel handelt.
Foto: Freiberger

„Gegen 11 Uhr heute Morgen haben wir eine männliche Leiche gefunden“, so Polizeisprecher Jürgen Knauer am Donnerstagnachmittag am Parkplatz der Discothek, wo der 20-jährige Anton Krügel aus Grafenwöhr am 5. Dezember gegen 2.15 Uhr zum letzten Mal gesehen wurde. Gefunden wurde bisher dato nur seine Brille. Eine Zeugin hatte sie damals im Tanzcenter abgegeben.

„Der Fundort der Leiche liegt rund 700 Meter hinter uns“, sagt Thomas Janovsky, der Leitende Oberstaatsanwalt von Bayreuth.

Er fügt hinzu: „Wir gehen anhand von Gegenständen und der Kleidung davon aus, dass es sich um Anton Krügel handelt.“

Die oberfränkische Polizei ist sich bereits sicher, dass Anton Krügel tot ist: „Im Rahmen einer erneuten Suchaktion in einem Waldgebiet bei Trockau fanden Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei die Leiche des Anton Krügel“, heißt es in ihrer Pressemitteilung.

Die Polizei wie auch Janovsky gehen davon aus, dass es kein Gewaltverbrechen war. „Ausschließen kann ich es aber noch nicht“, so Janovsyk, der sich aber zum Zustand der Leiche nicht äußern will.

„Die Leiche lag wenige Meter neben einem Weg — wie gestürzt“, erklärt er. „Warum Anton Krügel in den Wald gelaufen ist, das werden wir wohl nie erfahren.“

Gleich nach dem „traurigen Fund“ hatte man einen Gerichtsmediziner geholt. „Dann wurde die Leiche mit Unterstützung unserer alpinen Einsatztruppe abtransportiert und in die Rechtsmedizin nach Erlangen gefahren“, erklärt Jürgen Knauer.

Das Ergebnis der Rechtsmedizin wird erst heute erwartet.
Bäume markiert

Wo lag die Leiche? Zunächst geht es direkt hinter dem Parkplatz der Disco einen steilen Berg hinab in den Wald. Dann führt ein Feldweg quer durch den Forst. Einige Bäume sind mit Absperrbändern markiert.

Zwischen den Stämmen schlängelt sich ein kleiner Bach. Jürgen Knauer bleibt stehen. „Dort lag die Leiche“, sagt er kurz und knapp und deutet auf eine Fläche, die umgeben ist von mehreren Bäumen. Von oben nicht einsehbar. Deshalb wurde auch mit Hubschraubern nichts gefunden.

Großeinsatz der Polizei: Mehr als 200 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei suchen erneut nach Anton Krügel. Vor kurzem wurde in der Disco für eine Spezialsendung von Aktenzeichen XY gedreht.

„Es ist eine traurige Angelegenheit, aber die Angehörigen haben nun endlich Gewissheit“, sagt Jürgen Knauer auf dem Rückweg zur Disco.

Bereits am Morgen um 8.30 Uhr hatte die oberfränkische Polizei die Presse zu der Suchaktion eingeladen. Eine halbe Stunde später gegen 9 Uhr wurden die Medien wieder weggeschickt mit dem Argument: „Wir wollen Sie nicht dabeihaben, wenn wir ihn finden.“

„Das ist doch klar, dass wir bei einer solchen Aktion keine Presse dabeihaben wollen“, sagt Knauer dann am Nachmittag.

„Es ist auch naheliegend, dass wir im Wald suchen. Hier am Parkplatz hätten wir ihn gesehen“, erklärt Janovsky die Tatsache, warum die Polizei mehrmals dasselbe Gebiet durchkämmt hatte — und bis gestern immer ohne Erfolg.

Nur wenige Tage nach dem Verschwinden des 20-Jährigen war die Polizei bereits mit Hunden in dem Waldstück gleich neben der Autobahn unterwegs. An einem Regenrückhaltebecken, etwa 700 Meter von dem jetzigen Fundort entfernt, hatte einer der Hunde angeschlagen.

Das Becken wurde von der Feuerwehr abgepumpt — aber ohne Ergebnis. Im Januar waren nochmals mehrere Polizisten mit Hunden im selben Gebiet im Einsatz — ebenfalls erfolglos.
Suchaktion verschoben

Die große Suchaktion mit über 200 Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei aus Amberg-Sulzbach und Nabburg war bereits im Februar geplant, musste aber verschoben werden. „Es lag noch zu viel Schnee. Wir mussten erst auf trockenes Wetter warten“, erklärt Jürgen Knauer.

Die Polizei vermutet, dass Anton Krügel unter dem Schnee begraben war und deshalb erst jetzt gefunden wurde. In der Nähe des Fundortes liegt immer noch stellenweise Schnee.

„Wettertechnisch war der Großeinsatz einfach nicht früher möglich“, antwortete Knauer am Nachmittag auf die Frage, warum erst mehr als drei Monate nach dem Verschwinden von Anton Krügel diese große Aktion stattfand.

Für die über 200 Einsatzkräfte aus Nabburg und Amberg-Sulzbach war es einer der ersten Einsätze. „Die jungen Nachwuchspolizisten sind erst seit sieben Monaten in Ausbildung“, so Knauer.

Am Nachmittag sammelt sich die Gruppe ebenfalls auf dem Parkplatz vor der Disco: „Es war eine super Leistung“, lobt der Ausbilder, bevor es in Bussen zurück nach Amberg-Sulzbach und Nabburg geht. Auch Janovsky bedankt sich vor Ort bei den jungen Polizisten.

 
 
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