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  nordbayern.de 14.05
 

Trotz Leichenfund bei Trockau: Fall noch offen

Gutachten fehlt — Wegen Tötungsdeliktes ermittelt — Drei ähnliche Funde - 14.05. 19:00 Uhr

TROCKAU  - Auch knapp zwei Monate nach dem Fund der Leiche von Anton Krügel ist der Fall nicht abgeschlossen: „Es fehlt ein rechtsmedizinisches Gutachten“, sagt Leitender Oberstaatsanwalt Thomas Janowsky. Näher will er sich nicht äußern. Er bestätigt aber, dass die Polizei noch vor dem Fund der Leiche wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt hatte. Auffallend ist zudem, dass es mindestens drei ähnliche Fälle gibt.

Mitten im Wald, hinter dem kleinen Bach, fand die Polizei am 24. März in einer großangelegten Suchaktion die Leiche von Anton Krügel. Bis heute ist der Fall offen, ein Gutachten fehlt noch.
Mitten im Wald, hinter dem kleinen Bach, fand die Polizei am 24. März in einer großangelegten Suchaktion die Leiche von Anton Krügel. Bis heute ist der Fall offen, ein Gutachten fehlt noch.
 
Foto: Freiberger
Die Bevölkerung rätselt: „Was ist in der Nacht vom 4. auf 5. Dezember 2010 passiert?“ Für die Polizei ist dies klar: „Es war ein Unglück.“ Anton Krügel sei in den Wald gelaufen, gestürzt, erfroren und dann monatelang unter Schnee begraben gewesen. Doch warum haben die Beamten noch vor dem Fund der Leiche wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt? Janowsky erklärt dies kurz und knapp: „Es lag eine Anzeige vor.“ Der Staatsanwalt betont mehrfach, dass es keine Anzeichen für ein Verbrechen gibt. Schleifspuren am Fundort, die in verschiedene Richtungen führten, habe es zum Zeitpunkt des Fundes nicht gegeben. Durch das Wegschleifen des Toten könnte danach eine dieser Spuren entstanden sein. Autospuren auf dem Feldweg zum Fundort könnten von Fahrzeugen der Kripo sein: „Wir waren mit unseren Autos vor Ort“, so Janowsky.

Auffallend ist, dass in den vergangenen zwei Jahren mindestens drei weitere junge Männer auf die gleiche mysteriöse Weise verschwanden und gefunden wurden. So ist am 10. Dezember 2009 ein damals 33–Jähriger nach einem Discobesuch in Plauen vermisst worden. Große Suchaktionen, ebenfalls mit Hunden, blieben erfolglos. Anfang April 2010 wurde der junge Mann tot auf einem historischen Gelände in Plauen entdeckt.

Im Dezember 2010, im gleichen Monat wie bei Anton Krügel, sind dann zwei weitere Männer spurlos verschwunden: Nur einen Tag vorher ist ein 20-Jähriger in Regen nach einem Discobesuch nicht nach Hause zurückgekehrt. Mitte Februar wurde der Vermisste — nachdem auch hier Suchaktionen ohne Erfolg blieben — als Wasserleiche in der Nähe der Disco angeschwemmt.

Ebenfalls im Dezember 2010 ist in Rottenburg (Landkreis Tübingen, Baden-Württemberg) ein 27-Jähriger nach der Disco vermisst gemeldet worden. Sieben Wochen lang blieben verschiedene Suchaktionen ohne Ergebnis, bis die Polizei auch hier eine Wasserleiche fand. Der junge Mann soll ertrunken sein.

Interessant ist eine weitere Parallele zum Fall „Anton Krügel“: In Rottenburg hat es Medienberichten zufolge ebenfalls Gerüchte gegeben, dass der Mann schon vorher gefunden wurde. Eins haben alle Fälle gemeinsam: Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen liegen angeblich nicht vor. Medien haben keinen Anspruch auf weitere Auskünfte. Was die geschilderten Fälle betrifft, antwortet Janowsky auch nur kurz und knapp: „Ich sehe keinen Zusammenhang zu dem Fall in Trockau.“


 
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